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Der Durum sorgt für Nervenkitzel
02März2018

Der Durum sorgt für Nervenkitzel

2. Trochtelfinger Hartweizentag mit großer Beteiligung

[ Trochtelfingen, 1. März 2018 ] Extreme Trockenheit in der ersten Jahreshälfte gepaart mit lokalen Starkregenereignissen. So lässt sich das Wetter, und damit die Rahmenbedingungen für den Durumanbau, im letzten Jahr zusammenfassen. Schwierige Voraussetzungen, aber das war allen beteiligten Landwirten schon zum Start des Projekts Deutscher Hartweizen vor drei Jahren klar.

„Wir haben uns bewusst für eine möglichst große regionale Streuung der Anbaugebiete entschieden, und das hat sich auch in diesem Jahr ausgezahlt“, so Oliver Freidler. Er begleitet das Projekt von Seiten der Geschäftsleitung beim Nudelhersteller ALB-GOLD. 112 Landwirte bauen mittlerweile auf 1.476 Hektar Durum für schwäbische Spätzle und Nudeln an. Gut 70 von ihnen waren zusammen mit Landhändler und Vertreter der Mühle und Wissenschaft zum zweiten Hartweizentag nach Trochtelfingen gekommen um sich zu informieren und auszutauschen. Vom Hochrhein bis nach Thüringen erstreckt sich das Gebiet, und selbst die Schwäbische Alb hat mittlerweile Anbauflächen in Höhen von bis zu 800 Meter über Normalnull zu bieten. „Wir sind stolz, dass wir gemeinsam den Ertrag trotz Wettereskapaden um fast 10 Prozent auf nunmehr 7.600 Tonnen steigern konnten. Dafür danke ich allen Beteiligten“, fuhr Freidler weiter fort.

Berichte aus den Anbauregionen

Was alles hinter diesen Zahlen steckt, wurde den Anwesenden nach den Berichten aus den einzelnen Anbauregionen erst so richtig bewusst. Heftiger Dauerregen sorgte in Thüringen dafür, dass der Mähdrescher beim Ernteversuch teilweise fast einen Meter tief im Wasser stand. Und auf der Alb gab es im April nochmals starken Frost mit Schnee, und der Durum war praktisch schon abgeschrieben. Die Sorte Wintergold hat ihrem Namen aber alle Ehre gemacht und dieses Extrem gut überlebt. In Creglingen fuhren Mitte Juli die Maschinen fast täglich zur Ernte auf die Felder, um dann nach kurzer Zeit aufgrund von Regenschauern wieder umzukehren. Ein Nervenkitzel ohne gleichen sei dies gewesen, der glücklicherweise am Ende für die Beteiligten gut ausging. Letztendlich funktioniert der Durum-Anbau nur, wenn man den Schnitt über die Jahre sieht, waren sich die Beteiligten einig. Und wenn innerhalb der Partnerschaft die gegenseitige Hilfe und das Verständnis für die Probleme der Partner so groß ist, dann führt dies zum Erfolg.

Fachinformationen

Neben dem Dialog und dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch gab es auch zahlreiche Fachinformationen für die Gäste. Die Mühle blickte auf die letzte Ernte zurück, die im Rheintal besonders früh begann. Witterungsbedingt gab es deutliche Unterschiede in der Güte, die sich aber in der Mühle durch Mischen ausgleichen ließen. Letztendlich kann der deutsche Durum mit den importierten Qualitäten gut mithalten, so lautete das Fazit.
Wer die richtige Balance zwischen Nährstoff- und Düngebedarf für seine Pflanzen findet, der wird am Ende auch den gewünschten Ertrag erzielen. Was sich so einfach anhört, ist es natürlich nicht. Viel Erfahrung und die richtige Beratung sind gefragt. Genauso wichtig ist es aber auch den Rahmen der gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Um diese Vorgaben besser zu verstehen, informierte das Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg über die neue Düngeverordnung. Das interessante Fachreferat wurde mit großem Interesse von den Landwirten verfolgt.

Gespannt in die Zukunft blicken

Nach vorne richtet sich der Blick im Rahmen von zwei neuen Projekten, die 2018 angestoßen wurden. Unter dem Motto „Handwerk trifft Wissenschaft“ stellt man sich gemeinsam mit der Universität Hohenheim die Frage nach den entscheidenden Eigenschaften des Hartweizens. Muss der Proteingehalt besonders hoch sein oder die Anzahl der Gelbpigmente? Ist die Glasigkeit des Korns entscheidend? Welche Qualitätsparameter zeichnen nun einen Spitzen-Durum für die Nudelproduktion aus? In einer Versuchsreihe werden insgesamt sechs bestehende Hartweizensorten und 24 Neuzüchtungen, die an neun unterschiedlichen Orten in Deutschland angebaut wurden, in der Nudelproduktion getestet. Eine einmalige Kooperation zwischen Wissenschaft und Handwerk, die Spätzle & Nudeln dann zu noch mehr Geschmack und Biss verhelfen soll.
Im zweiten Projekt geht es um die Förderung der Artenvielfalt im Hartweizenanbau. Mit der Bodensee Stiftung, einer projektorientierten Naturschutzorganisation, soll für die Landwirte ein Katalog mit biodiversitätsfördernden Maßnahmen erarbeitet werden. Dazu müssen zunächst Pilot-Betriebe in den einzelnen Regionen gefunden werden, bei denen eine Bestandsaufnahme der Artenvielfalt erfolgen wird. Daraus werden dann Handlungsweisen abgeleitet, die sich positiv auf die Vielfalt der Fauna und Flora auswirken. Im Rahmen des Hartweizentages wurde die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Abschließend betonte Oliver Freidler noch einmal, wie wichtig der deutsche Durum für das Gesamtunternehmen ALB-GOLD ist. Die vielen direkten Partnerschaften mit den Bauern, die enge Zusammenarbeit mit dem Landhandel und der Mühle, und natürlich der intensive Austausch mit der Wissenschaft und dem Naturschutz machen dieses Projekt einmalig. Als Dankeschön gab es für die Anwesenden Nudel-Kostproben aus „eigenem Hartweizen“ und neue Feldschilder. Mit Stolz können die Landwirte ab sofort in ihrer Region zeigen, was und für wen sie produzieren. Nicht für anonyme Rohstoffmärkte oder für die Futtermittelherstellung, sondern für schwäbische Spätzle und Nudeln – das macht Sinn.


PRESSEKONTAKT

Matthias Klumpp
Presse & Öffentlichkeitsarbeit
m.klumpp[at]alb-gold.de

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