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Selbstversorgt - die Sehnsucht nach Grün

Selbstversorgt - die Sehnsucht nach Grün

Welch´ wunderbares Gefühl, wenn die Sonnenstrahlen, nach dem langen, trüben Winter endlich wieder Energie haben und sich die ersten beständig milden Tage in der Natur ankündigen. Für jeden Gartenfreund beginnt nun die erste Aussaat, für all die Pflanzen, die dann über das Jahr verteilt aus dem eigenen Anbau zu ernten sind. Aber auch, wer in diesem Jahr erst mit dem eigenen Anbau von Gemüse, Obst und Kräutern beginnen will, für den ist jetzt die beste Zeit dafür.

Pläne schmieden

Schon im Winter sollte man sich überlegen, was man anbauen möchte. Was man anbauen kann hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Zunächst einmal sollte man sich Gedanken machen, was die Rahmenbedingungen hergeben. Wie viel Platz habe ich und wie sieht mein Standort grundsätzlich aus? Habe ich einen eigenen, weitläufigen Garten mit schattigen Bereichen oder einen kleinen, sonnigen Balkon auf der Südseite? Wie viel brauche ich? Wer allein wohnt, braucht in der Regel weniger, als jemand, der die Ernte mit seiner Familie teilt. Wie viel Zeit habe ich und wie viel möchte ich tatsächlich für die gärtnerischen Aktivitäten investieren? Am liebsten würde jeder ja gern eigene Tomaten ernten. Wer aber in der heißen Phase keine Zeit für das tägliche Gießen hat, schaut sich besser nach weniger durstigen Pflanzen um. Hat man all diese Fragen für sich beantwortet, kann man die Auswahl für den eigenen Anbau meist schon gut eingrenzen. Dann darf und sollte man schließlich auch darüber nachdenken, was man eigentlich mag.

Ab ins Beet

Klar, Radieschen, Gartenkresse, Portulak und Co. dürfen bei der Aussaat im März in keinem Garten fehlen. Wer noch schnell wachsenden Rucola dazu säet und Frühlings- oder Lauchzwiebeln pflanzt, hat nach rund vier Wochen die ersten Zutaten für das Ostermenü zusammen! Auch die Samen von Schnittlauch, Dill und Petersilie können bereits im März in die Erde gebracht werden. Gleiches gilt für Spinat, der ebenfalls direkt ins gut vorbereitete Gartenbeet gesät wird. Je nach regionalen Gegebenheiten können Ende März auch Kopfsalat sowie verschiedenen Pflücksalate ins Freiland. Karotten, Rettich und Mairübchen, aber auch Erbsen lassen sich bereits für die Ernte im Sommer säen. Anders als Bohnen, ihre Schwestern aus der Familie der Leguminosen, keimen Erbsen auch bei kühleren Temperaturen. Wer selbst Tomaten ziehen will, muss den licht- und wärmeliebenden Nachtschattengewächsen wiederum durch Aussaat auf der Fensterbank einen Startvorteil geben. Auch viele Kohlarten profitieren von einer Vorzucht im Frühbeet. Kohlrabi, Blumenkohl oder Weißkohl können dann als vorgezogene Setzlinge ab Mitte April in Freiland gepflanzt werden.

Indoor Gardening – einfach mal die Kresse halten

Nicht nur für die Vorzucht ist die Fensterbank das Mittel der Wahl. Auch wer keinen eigenen Garten hat oder sogar im Winter ein bisschen frisches Grün ernten möchte, kann auf dem heimischen Fensterbrett aktiv werden. Hier können neben klassischen Kräutertöpfchen sogar Obst und Gemüse auf kleinem Raum angebaut werden. Das sogenannte Indoor Gardening bringt nicht nur eine eigene Ernte ins Heim, sondern kann auch für ein verbessertes Raumklima sorgen und heimischen Räumlichkeiten eine natürliche Note verleihen.

Gärtnerische Aktivitäten auf und am Fensterbrett gelingen am besten, wenn man ein paar wesentliche Dinge beachtet. Insbesondere im Frühjahr, wenn die Tage noch recht kurz sind, ist es umso wichtiger, einen möglichst hellen Standort für die Aufzucht zu wählen. Ideal ist ein Standort mit Südausrichtung, damit die jungen Pflänzchen möglichst viel Licht erhalten. Viele Fensterbänke befinden sich allerdings direkt über Heizkörpern. Ist ein gekeimter Samen einmal überhitzt und stark ausgetrocknet, erholt er sich oft nicht mehr. Daher sollte man direkte Heizkörperhitze meiden und eher auf milde Wärmezufuhr setzen, welche gerade für die Wurzelbildung von jungen Pflänzchen wichtig ist. Klar kann man Kresse auch im Schlafzimmer großziehen, aber als Standort für kulinarische Innenbegrünung eignet sich vor allem die Küche, denn dort steht nicht nur ausreichend Wasser zur Verfügung, sondern hier wird die Ernte dann schließlich auch verarbeitet.

Ganz gleich, wie die Planung aussieht, es gibt viel zu tun, wenn man später im Jahr reichlich ernten will. Aber die Saison hat gerade erst angefangen. Viel Vergnügen!