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Plant based food

Plant based food

Pflanzliche Ernährung im Trend

Sich vegetarisch zu ernähren gilt heutzutage nicht mehr als ungewöhnlich. Eine vegetarische Ernährungsweise ist für viele mittlerweile zur Normalität im Lebensalltag geworden. Vegetarische Speisen und Produkte begegnen uns heute grundsätzlich überall, wo es Speisen und Getränke gibt – von der stylischen Veggie-Bowl im hippen Sternerestaurant bis hin zur veganen Soja-Bratwurst auf dem heimischen Wochenmarkt. Zwar ist sich die Wissenschaft (mit 4-10 %) nicht ganz einig, wie viele Vegetarier es in Deutschland genau gibt, jedoch lassen sich Vegetarier definitiv nicht mehr als eine idealistische Minderheit bezeichnen.

Mehr als vegetarisch – Gemüse in der Hauptrolle

Trends entstehen und entwickeln sich jedoch nie unabhängig voneinander, sondern beeinflussen sich gegenseitig. So auch beim Vegetarismus. Während die einen tierische Lebensmittel gänzlich ablehnten (Veganismus), begannen die anderen ihre Ernährungsgewohnheiten auf andere Weise zu hinterfragen. Nicht in erster Linie aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil es immer mehr auch um die gesellschaftlichen Folgen des eigenen Konsumverhaltens geht: Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, wählt stattdessen eben Produkte höherer Qualität, mit ökologisch vertretbaren Produktionsbedingungen und das weniger häufig. Der Flexitarismus war geboren.

Mit dem aktuellen Trend zur pflanzlichen Ernährung (engl. plant based diet) lenkt diese Entwicklung heute eine weitere Richtung ein: Pflanzliche Lebensmittel (engl. plant based food) werden nun nicht mehr als Ersatz, sondern als Wertgeber einer Mahlzeit betrachtet. Brokkoli, Kichererbse und Co. ersetzen hier nicht die üblicherweise verwendeten tierischen Komponenten, sondern treten nun als Hauptzutat auf. Gemüse, welches früher als schnöde Beilage galt, wird heute zum Hauptdarsteller auf den Tellern.

Bewusster Genuss

Anders als der Veganismus, umfasst dieser neue Trend nicht den Verzicht auf bestimmte Zutaten, sondern vielmehr die bewusste Entscheidung für hochwertige pflanzliche Zutaten, im Einklang von Gesundheit und Genuss. Bei einer pflanzlich basierten Ernährung (engl. plant based diet) werden Lebensmittel bestenfalls roh und als Ganzes verspeist - von Blatt bis Wurzel, auch krumm und unförmig und bestenfalls roh. So profitiert man auch von den wertvollen Inhaltstoffen der Pflanzen, da ja Vitamine, Mineralstoffe und auch die sattmachenden Ballaststoffe vor allem in und unter der Schale sitzen.

Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch und Molkereiprodukte werden hingegen gemieden. Jedoch nicht vorwiegend aus ethischen oder ökologischen Gründen, welche bei einer veganen Ernährungsweise häufig im Vordergrund stehen, sondern in erster Linie aus gesundheitlichen. So wird auch auf Junkfood verzichtet, d.h. auf fertig verarbeitete Lebensmittel (z.B. veganes Schnitzel) sowie auf zugesetzte Fette und Zucker, die diesen oftmals enthalten.

Der Blick richtet sich hier allerdings nicht auf das, was verboten ist, sondern auf das, was erlaubt ist – und, auf das, was schmeckt! Denn nur was schmeckt, eignet sich auch für eine Ernährungsweise, die auch von Dauer sein kann. Neben Obst und Gemüse kommen hier vor allem Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Obst sowie Nüsse und Samen ins Spiel. Durch eine kluge Kombination von Zutaten, gezielten Einsatz von Gewürzen und Kräuter sowie die Verwendung unterschiedlicher Zubereitungsarten, wird die vegetarische Küche zu einem ganz neuen kulinarischen Erlebnis. Probieren Sie es aus!

Exkurs: Das Tier im Wein

Heute stößt man beim Einkauf immer wieder auf als „vegane“ Produkte, die man bislang eigentlich ohnehin für „frei von Tierischem“ gehalten hat. Ob Fruchtgummi, Schokolade oder Wein, stellt man sich doch die Frage, ob diese nicht ohnehin rein pflanzliche Produkte sind…

Doch oftmals steckt allerdings mehr dahinter.

Winzer setzen zum Beispiel traditionell tierische Klärmittel ein, um Weine von unerwünschten Trübstoffen zu befreien. Zum Beispiel mit Gelatine aus Schweineschwarten oder aus Knochen, Knorpeln und Sehnen vom Rind. Auch Hühnereiweiß kann dem Wein beim Klären helfen. Durch die Zugabe der tierischen „Schönungsmitteln“ flocken die Trübstoffe (Schwebteilchen) aus, sinken schneller zu Boden, und der klare Wein kann von oben abgezogen werden.

Soweit so gut.

Bei veganem Wein verzichten Winzer hingegen auf diese tierischen Hilfsmittel. Stattdessen verwendet er z.B. Bentonit, eine Gesteinsmischung aus verschiedenen Tonmineralien, oder pflanzlich hergestellte Tannine. Alternativ kann der Wein auch so lange auf der Hefe verweilen, bis sich Trübstoffe von allein absetzen und der Wein ohne Filtration abgefüllt werden kann. Dies benötigt allerdings Zeit.