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Kartoffeln - olle Knolle von daheim

Kartoffeln - olle Knolle von daheim

Köstlich, vielseitig, unverzichtbar!

Kartoffeln nehmen nicht ohne Grund - nach Mais, Weizen und Reis - weltweit den vierten Platz unter den Grundnahrungsmitteln ein. Ihr Reichtum an Aromen, Formen und Farben ist enorm. Allein hierzulande werden jährlich 11 Millionen Tonnen und mehr als 360 Sorten angebaut. Dies macht fast 20 Prozent der europäischen Ernte aus, sodass Deutschland zu den zehn größten Kartoffelerzeugern der Welt zählt.

Kartoffeln anzubauen lohnt, sowohl unter ökonomischen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten, denn sie sind sehr genügsame Pflanzen. Sie wachsen auch auf steinigen, nährstoffarmen Böden und sind äußerst sparsam im Wasserverbrauch. Zum Vergleich: Im weltweiten Schnitt benötigt man 1.400 Liter Wasser, um ein Kilo Weizen zu ernten, 2.500 Liter für ein Kilo Reis und fast 17.000 Liter Wasser, um ein Kilo Rindfleisch zu erzeugen. Für die gleiche Menge Kartoffeln braucht man nur 130 Liter Wasser.

„Olle“ Knollen von daheim, statt perfektionierte Weltenbummler

Trotz allem werden jedes Frühjahr große Mengen an Frühkartoffeln, zum Beispiel aus Spanien, Israel oder Ägypten, somit teils von fernen Ländern und Orten wo es ohnehin wenig Wasser für den Anbau gibt, nach Deutschland importiert. Dabei könnte man an mehr als 300 Tagen im Jahr problemlos deutsche Kartoffeln genießen - mit mehr Toleranz für kleine, krumme oder schrumpelige Gesellen, sogar das ganze Jahr.

Übrigens: Wie auch anderes Gemüse schrumpeln Kartoffeln durch den Wasserverlust im Laufe der Lagerung. Solange die Knollen nicht faulen oder keimen, ist dies jedoch kein Problem. Vor dem Kochen legt man die „Schrumpelchen“ einfach eine Weile in kaltes Wasser, dann lassen sie sich besser schälen. Oder man entscheidet sich direkt für Pellkartoffeln, die man ja ohnehin erst nach dem Kochen von der Pelle befreit.

Auch in Sachen Inhaltsstoffen können Erdäpfel trumpfen. Eine durchschnittliche Speisekartoffel besteht zu fast 78 Prozent aus Wasser, enthält praktisch kein Fett, macht satt und hat trotzdem verhältnismäßig nur wenige Kalorien. Stattdessen verfügt sie über viele Mineralstoffe und Vitamine – und enthält mit 17 Milligramm pro 100 Gramm sogar mehr Vitamin C als ein durchschnittlicher Apfel vom Baum.

Keine Zeit mehr? Schade!

In der Küche ist das weit gereiste Gemüse, das ursprünglich aus Südamerika stammt, ein echter Verwandlungskünstler. Ob gedämpft, in Scheiben gebacken, in Stäbchen frittiert oder cremig püriert, durch die unzähligen Zubereitungsarten, kommt wohl niemand an den tollen Knollen vorbei.

Für viele Menschen sind Kartoffeln meist unverzichtbarer Bestandteil der Hauptmahlzeiten, wichtiges Grundnahrungsmittel und auch ein Stück Tradition. Und doch ist der Kartoffelverzehr in Deutschland seit vielen Jahren rückläufig. Während der Deutsche in den 1950er Jahren noch rund 180 Kilogramm Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse pro Jahr verspeiste, sind es heutzutage weniger als 60 Kilogramm. Vor allem die jüngere Generation hat oft Vorurteile gegenüber Kartoffeln und bevorzugt eher Pasta oder Reis. Der Faktor Zeit spielt hier eine große Rolle, denn viele Leute haben zwar Spaß am Kochen, möchten sich aber Mehrarbeit wie Schälen oder lange Kochzeiten sparen. Sogenannte Convenience Produkte in Form von geschälten, vor- oder fertiggegarten Kartoffelerzeugnissen (z.B. tiefgekühlte Pommes Frites, Rösti, Kroketten) schaffen hier seit vielen Jahren Abhilfe für bequeme Köche und genügsame Esser. Zulasten der wertgeben Inhaltsstoffe, der Sortenvielfalt und des bewussten Genießens. Die Wertschätzung für ein Kartoffelgratin, für welches man die Knollen noch selbst von der Erde befreit, geschält und in liebevoller Kleinstarbeit in hauchdünne Scheibchen geschnitten hat, ist doch einfach größer, als für jenes, welches man 5 Min. bei 600 Watt erwärmt hat, … oder?

Es gibt zahlreiche gute Gründe, Kartoffeln häufiger selbst zuzubereiten und zu essen. Aber der beste Grund ist immer noch, weil es schmeckt! Und, auch in Kombination mit Nudeln! Das wissen nicht nur die Schwaben!


Passendes Rezept: Gaisburger Marsch