Gut essen

nächster Eintrag
Frühlingsgemüse

Frühlingsgemüse

Noch ist es ruhig im Wald und auf den Wiesen, doch schon in wenigen Wochen schlägt die Natur Purzelbaum. Dann kleiden sich Bäume und Sträucher in sattem Grün, die Tierwelt kehrt aus dem Süden oder der Winterruhe zurück und wo man nur hinschaut leuchten uns farbenfrohe Blüten entgegen.

Zeitig aufgeblüht

Es scheint, als wüsste die Natur, wann es Zeit ist, mit dem Wachstum zu beginnen. Tatsächlich orientieren sich einige Pflanzen, wie Obstbäume, ganz gezielt an der Temperatur. Ist eine gewisse Anzahl warmer Tage erreicht, beginnen diese aufzublühen. Die Blütezeit kann so von Jahr zu Jahr um mehrere Wochen variieren. Andere Pflanzen, wie zum Beispiel Spinat, reagieren auf das Verhältnis von Tag und Nacht. Das Licht wird dabei von pflanzlichen Lichtsensoren wahrgenommen. Sobald ein bestimmter Schwellenwert erreicht ist, beginnt hier ebenfalls die Blüte.

Vom Gewächshaus ins Freiland

Wenn der Lenz Einzug hält, wir es nicht nur draußen bunt, sondern bald auch auf den Tellern. Meteorologisch beginnt der Frühling bereits am 1. März, doch das erste Freilandgemüse lässt hier noch auf sich warten. So manches saisontypische Gemüse wird in den ersten Monaten des Jahres noch in Gewächshäusern angebaut. Ab Ende April beginnt mit der Spargelernte dann aber endlich die Freiluftsaison für heimische Delikatessen. Schließlich folgt all das, was wir mit dem Frühling in Verbindung bringen: Möhren, Kohlrabi, Spinat, Radieschen, erste Zwiebeln, Frühkartoffeln und vieles mehr. Zutaten, die unseren Speiseplan nicht nur mit satten Farben bereichern, sondern auch mit reichlich Vitaminen und sättigenden Ballaststoffen. Zwar lassen sich diese Gemüse auch noch später im Jahr anbauen und ernten, doch sind dies meist andere, robuste und lagerfähige Sorten, welche weniger zarte Konsistenz besitzen, als ihre Verwandten im Frühjahr.

Zart, frisch und aromatisch

Junges Frühlingsgemüse gilt aufgrund seines fein-aromatischen und frischen Geschmacks als besondere und gesunde Delikatesse. Um jedoch auch von genau diesen geschmacklichen Vorzügen zu kosten, sind eine schonende Zubereitung und eine gute Kombination sehr wichtig. Denn selbst das beste Möhrchen verliert seinen feinen Geschmack und wertvolle Inhaltstoffe, wenn man es zu lange, zu heiß und ohne die richtigen Zutaten gart.

Nährstoffe und Vitamine bleiben am besten erhalten, wenn die feinen Gemüse roh zubereitet. Spinat oder Mangold eignen sich zum Beispiel als wunderbare Basis für Blattsalate. Kohlrabi, Radieschen oder Rettich können in dünne Scheiben geschnitten und in Essig mariniert als Carpaccio serviert werden. Auch gedünstet oder karamellisiert kann frisches Gemüse ein wahrer Gaumenschmaus sein.

Die Sache mit der Frühjahrsmüdigkeit …

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und wir – wir werden müde. Diese ernüchternde Tatsache ist vor allem dem Klimawechsel im Frühjahr geschuldet. Im Winter läuft der Körper in einer Art Sparmodus, der zu Urzeiten die geringere Verfügbarkeit von Nahrung kompensieren sollte. Aufgrund der wärmeren Temperaturen und der erhöhten Lichtintensität werden im Frühjahr mehr Endorphine und andere Hormone ausgeschüttet. Nach den dunklen Wintermonaten die Konzentration des sogenannten Schlafhormons, dem Melatonin, im Blut besonders hoch, sodass wir schnell erschöpft sind. Bei einigen Menschen dauert es eine gewisse Zeit, diese Frühjahrsmüdigkeit loszuwerden. „Bekämpfen“ kann man die Trägheit am besten durch reichlich Bewegung, bestenfalls bei Sonnenschein und durch Frühlingsfarben auf dem Teller.