Gut essen

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Wo sind sie hin – die guten alten Sorten?

Wo sind sie hin – die guten alten Sorten?

Damals, zu Omas Zeiten, wurden Gemüsesorten noch selbst vermehrt und ihre Samen dann von Nachbar zu Nachbar getauscht. 

Nur diejenigen Sorten, die  mit bestem Geschmack überzeugten und sich optimal an die jeweilige Region anpassten, wurden weiter verwendet und so verbreitet. Auf diese Weise konnten beispielsweise sehr viele verschiedene Salate gezogen und „über den Zaun“ gereicht werden. Geschmackliche Verbesserungen und leichtere Anzucht wurden begrüßt. 

Auch bei den Tomaten nahm man die Auswahl nach Geschmack und Widerstandsfähigkeit vor. So konnten in unseren Breitengraden Tomaten angebaut werden, welche ursprünglich aus wärmeren Gebieten stammen (teilweise mit Kälte- bzw.Windschutz). Da man stetig alte Sorten weiterentwickelte, anbaute und vermehrte, wurde die Welt mit einer geradezu unglaublichen Vielfalt belohnt, weswegen heutzutage beispielsweise etwa 10 000 Tomatensorten bekannt sind.

Im Supermarkt finden sich aktuell Sorten, welche nach Lagerfähigkeit und „gutem Aussehen“ ausgewählt wurden. Der Geschmack spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Die Früchte dieser Sorten sollen in jeglicher Hinsicht sehr gleichmäßig sein. Dadurch sind die Samen vieler Sorten nicht mehr zum weiteren Anbau verwendbar (samenvermehrbar). So kann es sich für Vielfalt und Geschmack lohnen, ausgefallene und samenvermehrbare Tomaten bzw. Saatgut auszusuchen. 

Auch bei Getreide wie Weizen gibt es eine Bandbreite an Hofsorten, welche in Vergessenheit geraten sind, da nur noch die Hauptsorten vermarktet werden.

Der eigene Garten bietet zahlreiche Möglichkeiten, ausgefallene alte Gemüse- und Obstsorten auszuprobieren und spielend die Vielfalt in Natur und Küche zu unterstützen.


 

TIPPS:

  • Samen für die alten Sorten gibt es beim Gärtner des Vertrauens, beim Nachbarn nebenan oder im Internet.
  • Samen lassen sich auch selbst von reifen Früchten ernten, säubern und trocknen und über den Winter kühl und trocken lagern. Im nächsten Jahr vorziehen und erst nach den Eisheiligen die jungen Pflanzen in den Garten pflanzen.
  • Keinen eigenen Garten? Kein Problem: Gehen Sie doch mal wieder auf den Wochenmarkt oder zu einem Gemüsehändler in Ihrer Nähe und fragen Sie gezielt nach alten Sorten.
  • Auch beim Obst sind alte Sorten gefragt. Streuobstwiesen sind ein Paradies für fast vergessene Sorten von Äpfeln, Birnen, Kirschen und Co.

 

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