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Avocado – Vom Luxusobst zum Trendfood

Avocado – Vom Luxusobst zum Trendfood

Das erste Mal
Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit einer Avocado? Vielleicht war der erste Bissen noch etwas kurios. Möglicherweise wussten Sie anfangs noch nicht so recht, was Sie mit der birnenförmigen Frucht anfangen sollten oder ob Sie da Obst oder Gemüse vor sich haben. Kaum zu glauben, aber es gab tatsächlich Zeiten, in denen die Avocado in Deutschland noch unbekannt war. Was in den 1980er Jahren als seltenes Luxusobst galt, hat es heute ins Standard-Sortiment unserer Supermärkte geschafft. Was nicht zuletzt daran liegt, dass den Früchten mittlerweile der Ruf eines gesunden „Superfoods“ vorauseilt.

Sonnenliebhaber mit Durst
Ursprünglich stammt die ovale Beerenfrucht aus Mittelamerika und wird dort schon seit 10.000 Jahren kultiviert. Mit den spanischen Eroberern gelangte sie in die Karibik und nach Südamerika. Heute ist sie auch in Kalifornien, Südafrika, Israel und sogar im mediterranen Raum zu finden. Vorausgesetzt, die Sonne scheint und die bis zu 15 Meter hohen Bäume, an denen die Leckerbissen wachsen, werden stets gut mit Wasser versorgt. Das Trendfood gilt, trotz oder gerade wegen seines hohen Fettgehalts, davon überwiegend ungesättigte Fettsäuren, als gesund. Bei einem Fettanteil von mehr als 20 Prozent verwundert es auch nicht, dass die Azteken die Avocado „Butter des Waldes“ nannten. Aufgrund ihres hohen Gehaltes an wertvollen Inhaltsstoffen (z.B. Vitamin E, A und Kalium) genießt das nahrhafte, zartgrüne Fruchtfleisch nicht nur bei Vegetariern und besonders Gesundheitsbewussten den Ruf eines Alleskönners.

Mehr Wertschätzung bitte!
Die steigende Nachfrage in den letzten Jahrzehnten sorgte für eine starke Anbauausdehnung in den Erzeugerländern. Die Alligatorbirne, wie sie aufgrund ihrer Farbe, Form und der krokodilhautähnlichen Struktur auch genannt wird, ist so heute nahezu überall, zu jeder Zeit und in vielfältigster Form erhältlich.

Berichte über illegale Waldabholzung, vermehrter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der enorme Wasserverbrauch (mehr als 200 Liter pro Frucht) führten jedoch dazu, dass ihr gutes Image in den letzten Jahren Risse bekommen hat. Darum gilt es, beim Einkauf umso mehr darauf zu achten, welche Sorte und wie oft diese im Einkaufswagen landen. Bio- und Fairtrade-Kennzeichnung können erste Hinweise geben, ob die Früchte aus nachhaltiger Landwirtschaft stammen. Weite Transportwege und der hohe Wasserbedarf lassen sich allerdings auch durch gezielten Einkauf kaum vermeiden. Daher sollten wir die Avocado wieder vermehrt als Luxusgut betrachten, bewusst zubereiten und gebührend in Szene setzen.

Lagerung und Zubereitung
Vor der Verarbeitung der Früchte sollte die Schale mit lauwarmem Wasser gereinigt und leicht abgerubbelt werden. Denn auf der rauen Oberfläche können Bakterien und Pestizide sitzen, die beim Aufschneiden mit dem Messer in das Fruchtfleisch gelangen können.

Bei der Weiterverarbeitung ist dann größte Vorsicht geboten. Ja, richtig gehört! Was nach einem verspäteten Aprilscherz klingt, scheint manchen Menschen wahrlich Probleme zu bereiten. Mediziner behandeln mittlerweile vermehrt Patienten mit einer sogenannten „Avocado Hand“, d.h. Personen die sich durch schwungwollen Hineinstechen in die Frucht Schnittverletzungen an der Hand zugezogen haben. In Großbritannien wurden sogar Lösungsansätze wie Warnhinweise und kernlose Avocados ins Spiel gebracht.

Ein wohl sinnvolleres Augenmerk ist dann doch eher der Aspekt der Lagerung. Ganze Früchte lagert man am besten bei Zimmertemperatur ohne übermäßigen Lichteinfall. Halbe Früchte halten sich länger, wenn die Hälfte mit Kern aufbewahrt wird. Dazu einfach die halbe Frucht mit Kern in Klarsichtfolie einschlagen und in den Kühlschrank legen.

Ob pur, in Scheibchen auf´s Brot, als Zutat einer würzigen Guacamole, im Salat, kombiniert mit frischem Gemüse, Fleisch oder Fisch und sogar als Komponente von Süßspeisen; die Frucht liefert mit ihrem vollen, fein-buttrigen Aroma die perfekte Abrundung unzähliger Speisen.

Ist das Fruchtfleisch dann verspeist, kann man mit dem Kern und etwas gärtnerischem Geschick sogar ein eigenes Avocado-Bäumchen heranziehen und von den ersten eigenen Früchten träumen...

 


 

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Pasta mit Bärlauch-Guacamole